Samstag, 29. Oktober 2011

Alt München, quer per Tram und zu Fuss

Um 13 Uhr ging, die Nachmittagstour mit Treff beim "Brunnenbuberl" am Karlstor weiter. Die Stadtführerin wusste vieles zu erzählen über das "Alte München"
Eines der ältesten Handelshäuser, das Kaufhaus "Oberpolinger" am Karlstor. Wie oft bin ich dran vorbei gegangen (Studienzeit in München und fast 20 Jahre in München gearbeitet) aber die Skulpturen auf den Dachspitzen, sind mir nicht aufgefallen. Als wir zum Treff am Brunnen standen, mit Blick in die Höhe gerichtet, das sah ich sie, die hübschen, maritimen Objekte auf den Dachspitzen des Handelshauses. Kaum zu glauben, wie unaufmerksam wir oftmals durch die Straßen hetzen. Da stelle ich leider keine Ausnahme dar, einzige Ausrede, die Eile, der Stress, keine Zeit, die Bahn wartet und Frau will ja schließlich nach Hause kommen. Gestern hatten wir nun mal Muse, diese historischen Schönheiten Münchens ganz besonders wahrzunehmen.



Eine Besonderheit, das Karlstor war Teil der mittelalterlichen Münchner Stadtmauer, die einst vier Tore hatte. Drei  davon sind noch erhalten: das Sendlinger Tor, das Isartor und das Karlstor. Das Karlstor führte nach Westen aus der Stadt heraus. Außen vor dem Karlstor befindet sich der Karlsplatz auch Stachus genannt. Die damalige Stadtmauer verlief entlang des heutigen Altstadtrings, der Grenze zur Münchner Altstadt.



Der Buberlbrunnen oder das Brunnenbuberl, kleine Anekdote dazu:

Der Buberlbrunnen wird oft liebevoll "s Brunnenbuberl" genannt. Diese Brunnengruppe stand früher am Karlsplatz und ist heute an der Neuhauser Straße, Ecke Herzog-Max-Straße zu finden. Als Matthias Gasteiger 1895 das Brunnenbuberl schuf, soll ihn Prinzregent Luitpold höchstpersönlich um ein Feigenblatt für den Knaben gebeten haben. Einige ältere Münchner Frauen wollten gar für das  Brunnenbuberl ein Höschen stricken. Denn sie waren der Ansicht, aus dem Knaben würde ja schließlich ein Mann und es ginge gar nicht, dass er so nackend da steht. Aus alledem wurde nichts, damals war in München der "Künstler König"!







Einer, der vier bronzenen Löwen der Residenz. Meine Beobachtung war, dass viele, die meisten Passanten, die dran vorbei gingen, den Löwen über die Schnauze strichen. So wurde erklärt, dass dies Glück bringen würde. Da habe ich dem König der Tiere sehr sanft übers Maul gestrichen und mir so einiges gewünscht.


Die prunkvolle Theatinerkirche am Odeonsplatz, erste im Stil des italienischen Spätbarock erbaute Kirche nördlich der Alpen.






Interessantes, modernes Stahlmonument in Form einer Kugel im Innenhof eines Einkaufpalastes.


Lächle über Deinen Schmerz, damit war die Münchner Staatsoper behangen. Wem es gelingt, der ist gut dran und steht sicherlich über vielem.


Bayerisches Nationaltheater am Münchner Max Joseph Platz





Angekommen in Haidhausen, früher mal das Viertel für die armen Leute. Heute umstrukturiert, es wird von den wohlhabenden Bürger bewohnt. Ein Blick auf die Evang. St. Johannes Kirche mit ihren vielen spitzen Türmchen.


Das Städtische Brause- und Wannenbad, eine Einrichtung für die Haidhausener Bürger, denen damals kein Bad zur Verfügung gestanden hat. Wie es so war, ging es einmal die Woche, zumeist am Freitag oder Samstag zum Wannenbad, in die Städtische Bäderanstalt.  Die Mutter nahm die Töchter mit, sie stieg als Erste in die Wanne nach ihr die Töchter. Nach dem Vater kamen die Söhne in die Wanne oder unter die Brause. Heute wurde das schöne Jugendstilhaus, die ehemalige Bäderanstalt, zum Kindergarten umgebaut.





Hier nun eines, der einfachen, ersten Reihenhäuschen von Haidhausen. Es gab ein Untergeschoss und einen Dachausbau, hier fanden kinderreiche, einfache Leute ein zu Hause. Diese Wohnungen waren nicht unterkellert (daher recht kalt), kein Wasseranschluss (das Wasser wurde vom Brunnen draußen geholt) an Strom war nicht zu denken.  Trotzdem war man froh ein Dach über dem Kopf zu haben.




Einer, der schönsten und ältesten Biergärten, der Hofbräukeller am Wiener Platz in München/Haidhausen.
1892 - 1894 wurde das staatliche Gebäude des Hofbräukellers am herrlichen Park des Isarufers geschaffen. Hier konnten die Bürger, die Bierkrüge füllen und ihre mitgebrachte Brotzeit, im Schatten der Kastanien, in Ruhe genießen.



Der Herbst ist auch hier eingezogen, der Boden dicht mit Laub bedeckt und für uns, hat der Rundgang durch "Alt München" geendet. Keine Ahnung wie viel Kilometer wir zu Fuß absolviert haben, aber ich war sooooooooooooo müde und erledigt, dass ich zu Hause wieder angekommen, nur noch ins Bett gefallen bin. Interessant war´s "oide Mincha" jedoch recht anstrengend. Keine Kaffeepause war drin, das geht für mich eigentlich gaaaaaaaaaaaaaaar nicht!
Heute war nun ein wunderschöner, sonniger Herbstag, den ich mit Gartenarbeit verbracht habe.
Lasst es euch gut gehen und habt ein nicht zu gruseliges Halloween-Wochenende ulrike-kristin

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